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Gelenkschmerzen und Gelenkprobleme durch eine Fehl- oder Überbelastung

Gelenkschmerzen und Gelenkprobleme durch eine Fehl- oder Überbelastung

Gelenkprobleme entstehen nicht zwangsläufig erst im Alter. Oft kann hinter auftretenden Gelenkproblemen auch eine Fehl- oder Überbelastung stecken. Bei einem gesunden Menschen sind die Gelenke so konstruiert, dass der Gelenkkopf perfekt in der Gelenkpfanne sitzt. Die Bewegungen verlaufen im wahrsten Sinne des Wortes „wie geschmiert“ und die Reibung der aufeinander treffenden Knochen ist so gering wie möglich, optimal abgefedert durch die Knorpelscheiben. Sitzt nun aber aus irgendeinem Grund der Gelenkkopf nicht wie vorgesehen in der Gelenkpfanne, so kann die Knorpelscheibe den Druck nicht mehr optimal abfedern. Die ganze Gelenkkonstruktion wird stärker beansprucht, als vorgesehen und der Verschleiß schreitet schneller voran. Besonders bei Hüft- und Kniegelenken wird durch eine X- oder O-Beinstellung eine starke Belastung auf die Gelenke ausgeübt. Soweit möglich sollte man alles daran setzten, eine X- oder O-.Beinstellung orthopädisch behandeln zu lassen, um seine Gelenke nicht falsch zu belasten und so einem vorzeitigen Verschleiß auszusetzen.

Schädigend auf die einwandfreie Funktion der Gelenke können sich auch Unfälle auswirken, bei denen die Gelenke in Mitleidenschaft gezogen werden. Durch einen Sturz oder eine Gewalteinwirkung von außen kann das empfindliche Gelenk verletzt werden. Das müssen keine gravierenden oder dramatischen Verletzungen sein. Manchmal reicht schon eine schwere Konservendose, die sehr ungünstig auf das Gelenk eines Zehs fällt, um die Gelenkkapsel zu verletzten. Auch kleine Knochenabsplitterungen können nicht nur sehr schmerzhaft sein, sondern auch das Gelenk schädigen. Bei Schmerzen die länger andauern und deren Ursache man sich nicht erklären kann, sollte man immer sicherheitshalber einen Arzt aufsuchen.

Auch die heutigen Lebensgewohnheiten führen verstärkt zu einseitigen Belastungen und Fehlbelastungen. Man sitzt zu viel und bewegt sich zu wenig. Stundenlanges Sitzen am Schreibtisch ist Gift für die Wirbelsäule. Die Körperhaltung ist zu steif, man verspannt sich und die ausgeübten Bewegungen sind zu einseitig. Sorgt man hier nicht für einen geeigneten Ausgleich in der Freizeit und integriert konsequent moderate Bewegung in seinen Alltag, so wird man bald über steife und schmerzende Gelenk klagen, die einem fast wie „eingerostet“ vorkommen. Es ist gut nachzuvollziehen, dass demnach auch der „entspannte“ Fernsehabend auf der Couch für die Wirbelsäule nicht unbedingt das höchste Glück ist. Man fläzt auf der Couch, die Körperhaltung ist nicht aufrecht sondern zusammengesackt. Auch hier ist es nur eine Frage der Zeit, bis man sich schmerzhafte Bewegungseinschränkungen beklagen wird.

Bevor es zu ernsthaften Gelenkproblemen kommt, sollte man unbedingt vorbeugend eingreifen. Wichtig ist es, sich ausreichend zu bewegen. Man muss nicht gleich Mitglied im nächsten Sportstudio werden. Es reicht auch, wenn man sein Fahrrad wieder aus dem Keller holt oder regelmäßig eine halbe Stunde zügig um den Block geht. Gerade bei beginnenden Gelenkproblemen und den damit zusammenhängenden Muskelverspannungen hat sich auch ein Training mit elastischen Therabändern bewährt. Wer viel sitzt, der kann sich seinen Arbeitsplatz ein wenig rückenfreundlicher gestalten, indem er auf seinen Bürostuhl ein keilförmiges Kissen oder eine andere Unterlage legt, die dafür sorgt, dass die Wirbelsäule in eine aufrechtere Haltung gebracht wird. Besonders empfehlenswert ist es auch, hin und wieder auf einen Sitzball auszuweichen. Dieser Ball sorgt dafür, dass der Körper immer wieder ausbalanciert werden muss, um eine geeignete Sitzposition einzunehmen. Auf diese Art werden – fast spielerisch – Muskeln angespannt und der Körper in permanenter, leichter Bewegung gehalten.

Zu einer Überbelastung der Gelenke kann es kommen, wenn man sehr intensiv Sport betreibt. Das Leistungs- und Profisportler ihrem Körper mit kräfteraubendem Training nicht nur Gutes tun, kann man leicht nachvollziehen. Allerdings haben die Profisportler auch immer noch einen Physiotherapeuten an ihrer Seite, der ihnen das Training – so gut wie möglich – auf den Leib schneidert und dafür sorgt, dass sich die Sportler nicht schon frühzeitig „kaputt trainieren“. Anders sieht es bei Freizeitsportlern aus, die ihren großen Idolen nacheifern wollen und dabei die Grenzen ihres Körpers völlig außer Acht lassen. Sportliche Ziele sollten durchdacht gesetzt werden. Wer vorher keinen Sport getrieben hat und sich nun das Ziel setzt, für den nächsten Marathon zu trainieren, der handelt eben so unklug wie ein Bodybuilder, der beim Gewichte stemmen alle Warnsignale des Körpers missachtet und immer weiter schwere Gewichte nachlegt. Mit einem zu intensiven Training, welches die körperlichen Grenzen völlig missachtet, droht ein vorzeitiger Gelenkverschleiß.

Ebenso schädlich wie zu überzogenes Training sind generell alle Sportarten, bei denen die Gelenke sehr stark belastet werden. Dazu zählen beispielsweise das Inlineskaten, das Snowboarden oder das Downhill-Mountainbiken quer durch unwegsames Gelände, sowie alle weiteren Sportarten, bei denen man immer wieder zu heftigen Stop-and-go-Bewegungen gezwungen wird. Wer seine Gelenke schonen will, der muss zwar nicht gleich die Sportart wechseln, aber er sollte überlegen, ob die Trainingsintensität möglicherweise ein wenig heruntergefahren werden kann, um die Gelenke nicht übermäßig zu belasten.

Zu einer weiteren Überbelastungen der Gelenke und den damit verbundenen Schmerzen kann es kommen, wenn man körperlich sehr schwer arbeiten muss. In den meisten Fällen kann man hier nur vorbeugend tätig werden, indem man alle Hilfsmittel in Anspruch nimmt, die einem die körperliche Arbeit erleichtern sollen. Erst, wenn der Körper streikt wird es möglicherweise erforderlich, als letzten Ausweg einen Wechsel der Arbeitsstelle in Betracht zu ziehen, ehe eine Arbeitsunfähigkeit droht.

Gelenkschmerzen - Gelenkschmerzen und Gelenkprobleme durch eine Fehl- oder Überbelastung

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